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Nachwuchs im Heuschreckenterrarium

Aufregung und Freudenrufe gibt es bei den Schülerinnen und Schülern des naturwissenschaftlichen Neigungsunterrichtes der Kinderakademie. Als die Kinder das Terrarium der Stab- und Gespenstheuschrecken in ihrer Schule säuberten, riefen sie nach der Lehrerin. Hatten die Schüler doch eine dünne, wenige Millimeter große Heuschrecke entdeckt. Wie lange hatten wir schon auf "eigenen" Nachwuchs gewartet?! Vorsichtig entfernten die Kinder die alten Brombeerzweige und entdeckten ganz versteckt eine zweite, dritte, vierte und fünfte junge Heuschrecke, die vieleicht nur wenige Stunden alt waren. Bei einer Heuschrecke klebte sogar noch das Ei, aus dem sie geschlüpft war, an einem Bein. Die Jungtiere wurden mit großem Hallo empfangen und es wurde gemutmaßt, was sie denn sein werden. Stab-oder Gespenstheuschrecke? Nach dem Säubern des Terrariums wurden die Jungen wieder vorsichtig zu den Alttieren gegeben. Von den 15 Alttieren, die wir im letzten Jahr, vor mehr als 12 Monaten, erworben hatten, leben immerhin noch 4. Im letzten Jahr war uns die Nachzucht nicht gelungen. Die Alttiere waren zu dem Zeitpunkt, als die Jungen schlüpften, schon verstorben. Den Jungtieren gelang es dann scheinbar nicht allein, heil aus dem Ei zu schlüpfen. So hatten wir neue Tiere von einer Züchterin kaufen müssen. Die Lebenserwartung einer Stab- bzw. Gespenstheuschrecke ist nur sehr begrenzt, ca. 12 Monate. Um so mehr freuen wir uns über den Nachzuchterfolg. Denn als wir nun  zwei Wochen später das Terrarium erneut inspizierten und säuberten, zählten wir bereits 13 Jungtiere. Die Erstgeschlüpften waren schon ein Stück gewachsen und wirkten nicht mehr ganz so zerbrechlich. Jetzt sind die Schülerinnen und Schüler der Kinderakademie berechtigt guter Hoffnung eine Anzahl selbst gezüchteter und aufgezogener Heuschrecken ihr eigen nennen zu können.

Es ist erstaunlich, was Kinder bei der Haltung und Pflege dieser Insekten alles lernen können und es macht als Lehrkraft Freude zu hören, wie sie davon ihren Mitschülern, Eltern und Lehrern berichten.

 

Jeannette Orthey, Lehrerin für Biologie und Sachkunde und Naturwissenschaften an der Kinderakademie